Videokonferenzen: virtueller Hintergrund – ja oder nein?

Videokonferenzen: virtueller Hintergrund – ja oder nein? - Konferenz Über Smartphone
Bild: Branislav Nenin / Adobe Stock

 

Virtuelle Hintergründe können eine gute Möglichkeit sein, das Aussehen Ihrer Videokonferenz zu verbessern. Sie können dazu beitragen, Sie und Ihre Teilnehmer in einem professionelleren Umfeld erscheinen zu lassen, was bei geschäftlichen Besprechungen von Vorteil sein kann. Es gibt jedoch einige Dinge zu beachten, bevor Sie virtuelle Hintergründe in Ihren Videokonferenzen verwenden. In diesem Artikel erfahren Sie, wie virtuelle Hintergründe funktionieren und ob Sie sie bei Ihrer nächsten Besprechung einsetzen sollten oder nicht.

 

Inhalt:

 

Der virtuelle Hintergrund bei Videokonferenzen gehört inzwischen bei nahezu allen professionellen Videokonferenz-Plattformen (z. B. Cisco Webex, Microsoft Teams oder Zoom) zu einer Standard-Einstellung. Mit wenigen Klicks lässt sich der virtuelle Hintergrund in die Videokonferenz einbinden. Die Videokonferenz-Anbieter stellen hier eine breite Auswahl an Bildern für den virtuellen Hintergrund der Videokonferenz zur Verfügung. Zudem kann der Anwender auch ein eigenes Foto als virtuellen Hintergrund für die Videokonferenz definieren. Vielleicht ist eine solche Funktionalität in der Zukunft auch von Videokonferenzsystemen in Meetingräumen zu erwarten? Heute konzentrieren wir uns aber erstmal auf die Technik die existiert.

In diesem kurzen Blog beschäftigen wir uns mit der Frage: Virtueller Hintergrund in der Videokonferenz – Ja oder Nein?

Klar, diese Frage lässt sich eigentlich nicht ganz pauschal beantworten. Der virtuelle Hintergrund in der Videokonferenz bringt natürlich Vorteile. Wer Privatsphäre benötigt oder kein geeignetes Homeoffice hat, kann mit dem virtuellen Hintergrund sein Umfeld schützen. Außerdem können eigene und kreative virtuelle Hintergründe als Eisbrecher für den Gesprächseinstieg dienen. Einige Unternehmen nutzen den virtuellen Hintergrund auch, um den Mitarbeitern in der Videokonferenz einen besonders professionellen Eindruck zu geben. Hier wird dann gerne ein Hintergrundbild in der Corporate Identity des Unternehmens gewählt.

 

Videokonferenzen: virtueller Hintergrund – ja oder nein? - Geht auf Zoom, Teams, Webex, und vielen mehr
Bild: Khosro Rajabkordi / Adobe Stock

 

Der virtuelle Hintergrund in der Videokonferenz war mal einige Wochen lang ein lustiges Gimmick. Unsere klare Empfehlung ist aber – sofern mit der Privatsphäre vereinbar –, besser keinen virtuellen Hintergrund in der Videokonferenz einzusetzen.

Hier sind unsere wichtigsten 3 Gründe und Empfehlungen gegen den virtuellen Hintergrund in der Videokonferenz:

1. Verbraucht unnötige Bandbreite und Ressourcen des PC

Videokonferenzen leben von einer optimalen Übertragung der Audio- und Video-Inhalte. Die Funktionen zum Einblenden des virtuellen Hintergrundes kosten unnötig Bandbreite für die Übertragung und Ressourcen des PC. Gut funktionieren virtuelle Hintergründe auf einem Green-Screen oder einer sehr ruhigen Oberfläche des Hintergrundes. Wenn der virtuelle Hintergrund allerdings das Chaos hinter dem Sprecher verdecken soll, ist die Wirkung teilweise sehr unruhig. Das Ergebnis sind oftmals schlechtere Videokonferenzen und Übertragungsprobleme. Wenn die Bilder der Teilnehmer nicht flüssig übertragen werden oder – noch schlimmer – die Sprachverständlichkeit leidet, gilt: virtueller Hintergrund in der Videokonferenz aus.

2. Beeinträchtigt die Wahrnehmung des Teilnehmers

Der virtuelle Hintergrund in der Videokonferenz kann dazu führen, dass die Wahrnehmung des Teilnehmers negativ beeinflusst wird. Da die Technologie noch nicht vollständig ausgereift ist, erscheinen schnell die Haare abgeschnitten oder verschwommen und auch die Konturen im Gesicht können teilweise seltsam beeinflusst werden. Ganz besonders problematisch wird der virtuelle Hintergrund in der Videokonferenz wenn der Teilnehmer ohnehin schon schlechte Lichtverhältnisse im Zimmer hat. Sowohl Mimik, aber vor allem Gestik mit den Händen sind bei einem virtuellen Hintergrund nicht ordentlich wahrnehmbar und werden meist ausgeblendet. Dies kann vor allem bei wichtigen Terminen, z. B. mit Kunden die Wahrnehmung stören.

3. Vermittelt fehlende Authentizität

Gerade in der Corona-Pandemie hat der persönlich Kontakt zwischen Kollegen gelitten. Der hübsche virtuelle Hintergrund vom letzten Urlaub ist vielleicht beim ersten Blick ein gutes Gesprächsthema. Längerfristig entsteht aber die Wirkung, dass die Kollegin oder der Kollege eher etwas zu verstecken hat. Es gibt natürlich Personen, die eine absolut problematische Situation im Homeoffice haben. Dies möchte man vielleicht nicht mit den Kollegen oder gar der Chefin teilen. Auch persönliche Details will man nicht in der Videokonferenz zeigen und die eigene Privatsphäre schützen. Letztlich ist es aber meist mit wenigen Handgriffen möglich, einen brauchbaren natürlichen Hintergrund zu schaffen. Hilfreich kann auch ein Roll-up sein, welches hinter dem Arbeitsplatz aufgestellt wird.

 

Videokonferenzen: virtueller Hintergrund – ja oder nein? - Home Office Authentizität
Bild: Kateryna / Adobe Stock

 

Okay, dann lasse ich meine Kamera einfach aus

Nein, bitte nicht. Es heißt Videokonferenz, nicht Audiokonferenz. Wenn die Entscheidung, auf den virtuellen Hintergrund zu verzichten, das Ausschalten der Kamera zur Folge hat, nehmt den virtuellen Hintergrund. Ihr solltet euch allerdings über die möglichweise auftretenden Einschränkungen bewusst sein. Zudem, wer seinen virtuellen Hintergrund so richtig mag und als Ausdruck seiner Persönlichkeit in der Videokonferenz versteht, dem wollen wir den Spaß auch nicht verderben. Dabei sollte doch immer im Fokus sein, dass Videokonferenzen meist der professionellen Kommunikation dienen. In einer Audiokonferenz lässt man ja auch nicht sein Lieblingslied im Hintergrund laufen, um die anderen Teilnehmer zu erheitern. So ähnlich wie Sie vielleicht von Meeting zu Meeting entscheiden was Sie sich anziehen, können Sie sich gleichzeitig auch überlegen ob für Ihre nächsten Meetings besser ein virtueller Hintergrund passt oder nicht. Im Zweifelsfall passen Sie sich einfach den anderen Teilnehmern an.

 

Microsoft Teams Front Row Modus
Bild: Microsoft

 

Auch beim Thema virtueller Hintergrund bleibt die Technik nicht stehen. Anbieter wie Zoom, Microsoft, Cisco und andere versuchen hier stets die besten Möglichkeiten anzubieten. Zum Beispiel hat Microsoft erst kürzlich eine neue Art von virtuellem Hintergrund angekündigt, mit dem nicht jeder einzelne einen eigenen Hintergrund bekommt, sondern mit dem das Zusammenarbeiten noch besser funktionieren kann. Die Funktion nennt sich Front Row und wird schon bald eingeführt werden.

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