Videokonferenzen: Speakertracking

Bild: Crestron

 

Wie schön wäre eine Videokonferenz, wo der Sprecher immer perfekt im Bild positioniert ist? Was mit dem Laptop kein großes Problem ist, wird in einem Konferenzraum zur Herausforderung. Die Lösung wird Speakertracking genannt.

 

Inhalt:

 

Definition von Speakertracking

Speakertracking bei Videokonferenzen beschreibt ein Videokonferenzsystem, welches in der Lage ist immer den aktiven Sprecher prominent in der Videokonferenz darzustellen.

Seit wann gibt es Speakertracking in Videokonferenzen?

Für diese Anforderung wurden bereits vor vielen Jahren sehr komplizierte Lösungen installiert. Mit Mikrofonen an jedem Platz des Konferenztisches wurde die Sprache des jeweiligen Sprechers erfasst. Eine Mediensteuerung verarbeitet das Signal. Zumeist 2 Kameras im Konferenzraum sorgten dafür, dass der aktive Sprecher im Bild war. Ein Traum für viele System-Integratoren. Leider oftmals ein störanfälliges Erlebnis für die Anwender.

Der Kundenwunsch wurde von den Herstellern für Videokonferenzsysteme aufgenommen. Polycom (heute Poly) brachte mit den EagleEye-Systemen fähige Videokonferenzsysteme mit Speakertracking auf den Markt. Auch Cisco etablierte eine eigene SpeakerTrack-Lösung als Teil der angebotenen Videokonferenzsysteme. Die Videokonferenzsysteme mit SpeakerTrack waren High-End-Lösungen, die auch entsprechende Investitionen erforderten. Daher wurde das Speakertracking bei Videokonferenzen nicht in der Breite der Konferenzraumtechnik eingesetzt. Die Speakertracking-Funktionen blieben sehr hochwertigen Konferenzräumen vorbehalten.

Gibt es heute noch Speakertracking in Videokonferenzen?

Bild: Crestron

 

Bis heute hat sich das Speakertracking nicht in der Breite der Konferenzräume durchgesetzt. Poly hat vor Kurzem die Produktion der letzten Speakertracking-Lösung abgekündigt. Cisco führt noch die SpeakerTrack-Videokonferenzsysteme im Portfolio. Heute versuchen Hersteller die Anforderung des Speakertracking mit intelligenten Software-Funktionen in den Videokonferenzkameras zu lösen. Dabei sind vor allem die Hersteller AVer, Huddly oder auch Jabra (Panacast) anzuführen. Allerdings ist die Funktion meist kein „echtes“ Speaktertracking. Die Kamera erkennt vielmehr, welche Plätze am Konferenztisch besetzt sind und wählt dann einen optimalen Bildausschnitt für die Videokonferenz aus. Auch wenn sich durch die integrierten Software-Lösungen in den Videokonferenzsystemen die Kosten signifikant reduziert haben, das Erlebnis für die Anwender erreicht in der Regel immer noch nicht das gewünschte Ergebnis.

Braucht man Speakertracking in Videokonferenzen?

Bild: Crestron

 

Auch wenn ein funktionierendes Speakertracking in einer Videokonferenz ein tolles Erlebnis sein kann, nach unserer Einschätzung ist Speakertracking in (den meisten) Videokonferenzen nicht nötig. Unsere Einschätzung liegt vor allem in der Tatsache begründet, dass bei Videokonferenzen zumeist auch Inhalt gezeigt wird. Sobald der Inhalt gezeigt wird, ist der Fokus der Teilnehmer auf dem Inhalt. Dann ist der Sprecher für die meisten Teilnehmer, insbesondere in einer hybriden Arbeitswelt, nur klein oder gar nicht sichtbar in der Videokonferenz. Aber auch bei Videokonferenzen ohne geteilten Inhalt kann das Speakertracking zu einer suboptimalen Wahrnehmung führen. Dies ist der Fall, wenn eine angeregte Diskussion zwischen mehreren Teilnehmern im Konferenzraum entsteht. Dabei wird oftmals sehr schnell geantwortet oder Teilnehmer sprechen nahezu parallel. Hier kommt dann Speakertracking an die Grenzen.

Was sollen wir dann statt Speakertracking einsetzen?

Crestron Flex CX100
Bild: Crestron

 

Ziel sollte immer sein, ein bestmögliches Erlebnis in der Videokonferenz mit minimalem technischen Aufwand zu erreichen. Bei kleineren Konferenzräumen kann auf eine Speakertracking Lösung komplett verzichtet werden. Ein festes, ideal auf den Konferenzraum eingestelltes Bild des Videokonferenzsystems ist deutlich besser für die Wahrnehmung der Teilnehmer. Bei größeren Konferenzräumen empfehlen wir unseren Kunden bei Videokonferenzen mit Pre-Set Einstellungen im Videokonferenzsystem zu arbeiten. Zudem ergibt es Sinn einen festen Platz für einen Sprecher im Konferenzraum zu definieren. So kann zu Beginn der Videokonferenz eine passende Einstellung im Videokonferenzsystem ausgewählt werden. Das Videokonferenzsystem bleibt dann in der Regel für die Dauer der Videokonferenz in der gewählten Einstellung. Natürlich kann das Pre-Set aber auch in der laufenden Videokonferenz gewechselt werden.

Wie immer im Leben ist nicht der eine Weg immer für alle Situationen der Beste. Letztlich müssen Kunden sehr genau die konkreten Anwendungen hinterfragen. Was wird wirklich benötigt? Dann kann der Konferenzraum ideal auf die Bedürfnisse des Kunden ausgelegt und geplant werden. Dazu zählt natürlich nicht nur die Frage, ob Speakertracking benötigt wird oder nicht. Die Planung von Medientechnik umfasst sehr viele Facetten. Mehr dazu finden Sie in unserem Whitepaper: Ratgeber für die Planung von Medientechnik.

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