Graphic Facilitation

Wieder PowerPoint oder doch mal ein neuer Weg.

Graphic Facilitation Grafik

Ein Meeting Raum, ein Workshop und wieder klicken Sie durch unzählige Slides, Seite um Seite, doch wieviel davon bleibt den Teilnehmern in Erinnerung? Haben Sie ein gutes Mittel gewählt? War eine klassische PowerPoint-Präsentation der richtige Weg oder darf es das nächste Mal eine Alternative sein? Das Stichwort ist Graphic Facilitation. Mit der Hilfe einer Zeichnung oder eines Sketches können Sie einen Workshop Schritt für Schritt begleiten, die Inhalte erfassen und darstellen. Ob analog auf einem klassischen Flipchart oder Whiteboard oder direkt digital ist es eine tolle Möglichkeit, um Inhalte mit der Einfachheit und Stärke der Bildsprache den Teilnehmern zu vermitteln.

Bildsprache

Unser Gehirn denkt und speichert Informationen in Bildern. Alles, was wir erleben und erfassen, wird in unserem Kopf als Bild abgespeichert und auch wieder abgerufen. Studien zeigen, das wir uns nur an 10% der Inhalte, die wir gehört, 20% der Inhalte, die wir gelesen aber an ca. 80% der Inhalte, die wir gesehen oder erlebt haben, erinnern. Das bedeutet, das uns bildliche Inhalte viel besser in Erinnerung bleiben als ein Text an der Wand, was die Stärke einer visuellen Präsentation der Inhalte befürwortet. Unser Gehirn ist 60.000 mal schneller in der Inhaltlichen Erfassung von Bildern, als von Text. All das können wir nutzen und unsere Inhalte ganz neu verpacken und so eine für unsere Teilnehmer ganz neue Experience kreieren.

Einfache Formen verwenden

Graphic Facilitation

Also wie gehen wir vor? Graphic Facilitation beschreibt eine Methode, mit der wir unseren Workshop oder unsere Präsentation mit Hilfe graphischer Elemente unterstützen und die Inhalte durch eine Bildsprache transportieren. Ob analog oder digital sind die Ergebnisse letztendlich identisch, und dies hängt natürlich von den örtlichen Gegebenheiten ab. Welche Mittel stehen Ihnen zur Verfügung? Aber das Wichtigste für die Vorbereitung ist: Sie müssen kein Künstler sein! Lassen Sie diesen Gedanken hinter sich und starten Sie einfach mit den Vorbereitungen.

Machen Sie sich Skizzen und Konzepte, wie ihre Darstellung am Ende aussehen soll. Dies hilft, den inhaltlichen Überblick zu wahren und den nutzbaren Platz gut einzuteilen. Überlegen Sie sich Stichworte zu den Themen, über die Sie sprechen möchten. Anschließend versuchen Sie genau das in Bilder zu übertragen. Kernaussagen als Bild oder auch im übertragenen Sinne, es ist quasi alles erlaubt. Trotzdem möchte ich Ihnen ein paar Regeln an die Hand geben:

  • Fokus auf das Wesentliche. Beziehen Sie sich auf Kernaussagen und übersetzen Sie diese in Ihre Skizzen.
  • Einfach halten. Versuchen Sie Ihre Motive in einfachen Strukturen darzustellen. Hierzu gibt es die 5 Elemente der Sketchnotes: Punkt, Strich, Dreieck, Rechteck, Kreis. Aus diesen Elementen können Sie alle Symbole schnell und einfach herstellen.
  • Teilen Sie sich den Arbeitsbereich ein. Machen Sie sich im Vorfeld Gedanken, wie die finale Darstellung aussehen soll.
  • Ihre Darstellung sollte einem Muster folgen. Arbeiten Sie in einer Art Comicstil von oben links nach unten rechts. Arbeiten Sie in einem Kreis rund um ein Schlagwort. Es gibt viele Varianten aber um später die Inhalte nachvollziehen zu können ist es sinnvoll, ein Konzept einzuhalten.

Analog oder digital? Beides ist möglich

Analog oder Digital

Beides ist für die Anwendung absolut ok und basiert eher auf einer persönlichen Einschätzung. Was liegt Ihnen mehr und genügt den Anforderungen besser. Analog auf einem Flipchart oder Plakat: Hier können im Vorfeld bereits Vorlagen erstellt werden, welche dann im Workshop viel Zeit und Mühe sparen. Des weiteren haben Sie auch die Möglichkeit, die erstellten Werke im Raum aufzuhängen und permanent sichtbar zu machen, während Sie an weiterführenden Themen arbeiten.

Die digitale Anwendung hält natürlich die Teilbarkeit mit den Teilnehmern vor. Was sonst via Handy abfotografiert werden muss, können Sie so über ein digitales Whiteboard (zum Beispiel das Surface Hub 2S oder das Samsung Flip) direkt den Teilnehmern zukommen lassen. Sie können schnell einen Schritt korrigieren und tolle Effekte einsetzen, Objekte bewegen und die Zeichnung anpassen. Hier sind die Möglichkeiten nahezu grenzenlos. Ich empfehle jedoch, die Anwendungen und das eigene Vorhaben im Vorfeld auf einem digitalen Whiteboard auszuprobieren. Der Look and Feel ist doch ein anderer als auf Papier und die Anwendung mit dem Stift erfordert ein wenig Übung.

Zusammenfassend

Probieren Sie es aus, überraschen Sie Ihre Teilnehmer mit einer neuen Erfahrung und nutzen Sie Ihre entwickelte Bildsprache, um im nächsten Workshop Inhalte zu vermitteln. Sie werden erstaunt sein, wie gut die Inhalte im Kopf bleiben und wie detailliert die Teilnehmer diese im Nachgang wiedergeben können. Genauso haben Sie auch die Möglichkeit, Ihre Teilnehmer die Sketches anfertigen und Sie selbst das große Schaubild erstellen zu lassen. Auch wenn dies im Vorfeld ein wenig Übung und Vorbereitung braucht, können sich die Ergebnisse immer sehen lassen. Wichtig ist, dass Sie sich von Vorurteilen verabschieden und einfach angefangen.

Über den Autor
Markus Mattern ist seit 2007 bei der GMS Global Media Services GmbH angestellt und beschäftigt sich mit modernen Lern- und E-Learning-Methoden. Innovation sieht er als wichtiges Thema für viele Unternehmen und Menschen weltweit. Folgen Sie ihm auf seiner Website oder verbinden Sie sich auf LinkedIn.